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Gruß zum neuen Jahr

Liebe Schwestern und Brüder im Pastoralen Raum Südlippe – Pyrmont,
zu jedem Jahreswechsel können wir in Zeitungen, auf Homepages und anderen Kommunikationskanälen diese Überschrift lesen: "Was ändert sich 2026?". Häufig legt sich dann schon die Stirn in sorgenvolle Falten. Oft genug ist damit zu rechnen, dass irgendetwas mal wieder teurer wird. Veränderungen zeugen häufig von den vielen Krisen, die es in unserem Land zu bewältigen gilt. Alles wird weniger, kostet mehr, wird komplizierter. Resignation liegt wie ein dunkler Schatten über vielen. Der Blick in die deutsche Kirche verheißt nichts anderes. Die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle ist ein laufender Prozess, innerkirchliche Lager stehen sich oft unversöhnlich gegenüber, Strukturreformen durchkreuzen Gewohnheiten und führen zum Rückzug derer, denen diese Veränderungen schwerfallen.
Die neue Gottesdienstordnung zeigt, dass auch wir davon nicht ausgenommen sind. Alles nur auf die Personalsituation zu schieben wäre allerdings zu kurz gegriffen. Die Bedienung eines status quo hat nicht dazu geführt, dass sich die Anzahl der Gottesdienstteilnehmenden stabilisiert oder gar erhöht hätte. Das ist bitter, aber die Wirklichkeit, in der wir leben und die es zu gestalten gilt. Unser Erzbischof hat uns in seinem Adventswort ans Herz gelegt, im quantitativen weniger ein qualitatives mehr zu entdecken. Auch diese Erfahrung durften wir in den letzten Jahren machen – liturgisch, musikalisch, organisatorisch. Wo Kräfte gebündelt und Menschen zusammengeführt werden, entsteht neue Begeisterung. Resignation ist keine christliche Haltung. Wie lautete noch das Motto des gerade beschlossenen Heiligen Jahres…Pilger der Hoffnung! Wer aus dieser Hoffnung lebt, sieht nicht alles durch die rosarote Brille. Aber er (bzw. sie) sieht weiter, entdeckt Glaube und Kirche neu, wenn auch manchmal mit einem Hauch Wehmut, das ist menschlich.
Das Jahr, das vor uns liegt, wird Schönes und Schmerzhaftes mit sich bringen – im persönlichen Leben jedes Einzelnen, auf der großen Weltbühne wie auch im kirchlichen Leben hier bei uns vor Ort.
Verabschiedungsprozesse im Rahmen des Immobilienkonzeptes werden durch die anstehenden Profanierungen in Horn und Niese greifbar. Gebäude gehen in andere Hände über, andere können wir durch den Abschluss des Prozesses neugestalten.
Die Veröffentlichung des Missbrauchsberichtes für das Erzbistum Paderborn, die im Frühjahr erwartet wird, konfrontiert uns mit der Schuld von Amtsträgern und dem moralischen Versagen von Verantwortlichen. Möge es uns Ansporn sein alles daran zu setzen, unsere Gemeinden und Gemeinschaften zu einem sicheren Ort – gerade für die Schwächsten – zu gestalten.
Auch die Umschreibung der künftigen Seelsorgeräume wird für März erwartet. Auch wenn diese nicht gleich umgesetzt werden, müssen wir sie bei allen Entscheidungen und Akzentuierungen im Blick behalten.
Freuen wir uns aber auch auf die schönen Dinge – auf das Fronleichnamsfest in Falkenhagen, die Diakonenweihe von Lukas Arenhövel in Paderborn, die Sommerkirchen unter dem weiten Himmel unserer Landschaft und sicher vieles mehr…
Bleiben wir als Hoffnungs – Menschen unterwegs, wie es der Apostel Paulus im Römerbrief ausdrückt: „Die Hoffnung lässt nicht zugrunde gehen“ (Röm 5,5).
Gemeinsam mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Pastoral und Verwaltung wünsche ich Ihnen und Euch ein gesegnetes neues Jahr 2026!
Ihr Stefan Schiller, Pfr.

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